In dieser zuversichtlichen Vorstellung der Zukunft finden die Industrieländer vor allem dank technologischer Quantensprünge und wachstumsfördernder Reformen zu neuer Stärke. Intelligente Maschinen übernehmen zunehmend komplexe Arbeitsvorgänge. Dies führt zu Produktivitätsgewinnen, was der Wirtschaft Schub verleiht. In diesem Szenario stellt sich die insgesamt überschuldete und wachstumsschwache industrialisierte Welt den Herausforderungen. Man denke nur an liberalere Arbeitsmärkte oder höhere Rentenalter. Wir nennen das Szenario, in dem die westliche Welt wieder in Fahrt kommt, «Greifender Fortschritt».

1. Wachstumsschwache Strukturen werden aufgebrochen

Die Industrieländer ergreifen unter Druck der Politik und Finanzmärkte strukturelle Reformen, um neues Wachstum zu generieren: Handelshemmnisse werden abgebaut, stark regulierte Arbeitsmärkte liberalisiert, der Kündigungsschutz gelockert, Teilzeitarbeiter einfacher anstellbar. Die Gesellschaft muss länger arbeiten, damit die Rentensysteme nicht kollabieren. Weil dies für die Bevölkerung schmerzhaft ist, ist der politische Reformwille heute noch schwach. Trotzdem gibt es Lichtblicke: In einigen Ländern soll eine Liberalisierung der Arbeitsmärkte die rekordhohe Arbeitslosigkeit reduzieren. Auswirkungen dieser Reformen sind in den heutigen Arbeitslosenzahlen aber noch kaum sichtbar.

2. Innovationen bringen Wirtschaft wieder in Schwung

Europa und die USA bleiben wie in den vergangenen Jahrzehnten die Innovationszugpferde der Welt. Technologische Quantensprünge können zu grossen Produktivitätsgewinnen führen. Stellen Sie sich vor, eine nächste «industrielle Revolution» wird Realität: Produkte werden massgeschneiderter und preiswerter produziert. Maschinen kommunizieren noch stärker miteinander und ermöglichen damit weitere Effizienzgewinne.

Westliche Länder
3. «Wachstumsmotor Schwellenländer» hilft auch der industrialisierten Welt

Asien trägt bereits heute zu einem gewichtigen Teil zu einer Stützung der Wirtschaft in der industrialisierten Welt bei. Die wachsende Mittelschicht konsumiert immer mehr und die asiatischen Länder investieren in den Aufbau der Infrastruktur. Davon profitieren auch westliche exportorientierte Unternehmen aus dem Konsum- und Infrastrukturbereich. Asien ist damit für zahlreiche Volkswirtschaften bereits heute ein unverzichtbarer Wachstumsmotor.

4. Weltwirtschaft expandiert

In diesem Szenario steuert die Wirtschaft in den Industrieländern wieder auf eine Blütezeit zu. Derzeit gleicht das Wachstum jedoch eher einer zarten Pflanze. Aber immerhin hat die Eurozone eine der schlimmsten Rezessionen aller Zeiten mehr oder weniger hinter sich gelassen und die Wachstumsperspektiven verbessern sich allmählich wieder.

BIP Wachstum
5. Mit Wachstum zum Schuldenabbau

Eine nachhaltige Lösung der Krise geht mit einem Abbau der Staatsschulden einher. In diesem Szenario geschieht dies vorwiegend durch reales Wirtschaftswachstum: Dank einer prosperierenden Wirtschaft fällt die Arbeitslosenquote und die Steuereinnahmen steigen. Unter dem Strich nehmen die Staaten mehr ein als sie ausgeben. Bis die Schuldenberge sichtbar kleiner werden, dürfte jedoch noch viel Zeit vergehen.