GOLDENER AUFBRUCH

Was, wenn prosperierende Schwellenländer weiterhin der Wachstumsmotor der Welt sind?

In dieser positiven Vorstellung der Zukunft ist es die Freisetzung enormer ökonomischer Kräfte in Schwellenländern, wovon auch die "alte" Welt profitiert. Seit mehr als zwanzig Jahren holt China nun zur Wirtschaftsleistung der industrialisierten Welt auf und hat eine ganze Reihe von asiatischen Ländern im Schlepptau. Treibende Kraft ist die aufstrebende Mittelschicht in den Schwellenländern. Sie ist es, die auch der industrialisierten Welt Hoffnung gibt. Der Wohlstand steigt und damit das Verlangen nach Konsumgütern. Menschen bilden sich besser aus, ihnen gelingt eine Innovation nach der anderen, und die Zukunft verspricht weitere brillante Ideen und Erfindungen.

 

Die Länder setzen alles daran, um dieses Potential zu nutzen: Sie bauen Bürokratie ab, schützen privates Eigentum, öffnen sich gegenüber dem internationalen Handel oder stabilisieren ihre Institutionen. Sie tun, was Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts getan hat, die USA Anfang des 20. Jahrhunderts und Japan nach dem Zweiten Weltkrieg. Von dem wirtschaftlichen Aufstieg profitieren nicht nur die betroffenen Länder, sondern auch der Rest der Welt.

HISTORISCHES BEISPIEL

  • Indonesien
    Indonesien – aufstrebende Mittelschicht

    Noch vor knapp 20 Jahren wurde Indonesien als «hoffnungsloser Fall» abgestempelt. Die Wirtschaft stand kurz vor dem Zusammenbruch und brutale Konflikte zwischen Militär und Separatisten sowie radikalen Islamistengruppen schreckten die Weltöffentlichkeit auf. Heute zählt der Inselstaat zu den politisch und wirtschaftlich stabilsten Ländern Südostasiens und ist ein Paradebeispiel für den «Goldenen Aufbruch». Im Gegensatz zu den westlichen Industrienationen hat die indonesische Wirtschaft die Finanzkrise der letzten Jahre nahezu unbeschadet überstanden. Das hohe Wachstum selbst zu Krisenzeiten verdankt Indonesien der Kauflaune seiner jungen Bevölkerung. Zwar ist die Armut im Land mit der viertgrössten Bevölkerung der Welt noch immer das soziale Problem Nummer eins, doch schafft eine wachsende Zahl von Menschen den Aufstieg in die Mittelschicht. Das Verlangen nach Konsumgütern wie Autos, Unterhaltungselektronik oder Haushaltsgeräten steigt stetig.

     

    ...und in Zukunft?
    Indonesien dürfte auch in den kommenden Jahren überdurchschnittlich wachsen. Seine ideale geografische Lage inmitten des potentialträchtigen asiatisch-pazifischen Raumes, vergleichsweise günstige Arbeitskräfte sowie immense Rohstoffreserven machen es zu einem attraktiven Investitionsstandort für westliche Unternehmen. Interessante Opportunitäten eröffnen sich unter anderem für den Maschinenbau und die Baubranche oder auch im Pharmabereich.