GREIFENDER FORTSCHRITT

Was, wenn die Krise durch Reformen, technologische Quantensprünge und Wachstum bewältigt wird?

Zur Lösung der Krise und zur Stimulierung des globalen Wachstums ergreifen im Szenario «Greifender Fortschritt» die Industrieländer eine Kombination aus nachhaltigen Entschuldungsmassnahmen und wachstumsfördernden Strukturreformen. Diese beinhalten unter anderem stärker liberalisierte Arbeitsmärkte, höhere Rentenalter und reduzierte Sozialausgaben.

 

Zusätzliches Wachstum wird durch technologische Quantensprünge generiert. Roboter übernehmen dank Innovationen in den Bereichen Automatisierung, Big Data und künstliche Intelligenz immer komplexere Arbeitsvorgänge. Dadurch können Produkte preiswerter hergestellt werden. Diese höhere Produktivität lässt die Wirtschaft prosperieren und hält die Inflation nachhaltig tief. Die Arbeitslosenquote fällt und die Schuldenberge werden über Wachstum sowie entsprechend höhere Steuereinnahmen abgebaut.

HISTORISCHES BEISPIEL

  • Schweden
    Schweden, 90er Jahre – schrittweise auf die Überholspur

    In der zweiten Hälfte der 80er Jahre kam es in Schweden zu einem ausgeprägten Immobilienboom, der infolge einer konjunkturellen Abkühlung anfangs der 90er Jahre ein jähes Ende fand. Dies führte zu einer tiefgreifenden Bankenkrise und einer mehrjährigen Rezession. Die Neuverschuldung des Wohlfahrtsstaates stieg in horrende Höhen. Für die Gesundung der schwedischen Wirtschaft war letztlich entscheidend, dass die Krise zu tiefgreifenden Strukturreformen in den 90er Jahren führte. Im Zuge einer umfassenden Steuerreform wurden beispielsweise die Steuern für Privatpersonen und Unternehmen deutlich gesenkt. Zudem kam es zu markanten Anpassungen im Bereich des Arbeitsrechts.

     

    ... und heute?
    Heutzutage ist Schweden wieder eines von wenigen Ländern, die von allen drei grossen Ratingagenturen mit der höchsten Bonitätsnote «AAA» bewertet werden. Die Schuldenquote ist im europäischen Vergleich hervorragend. Auch in puncto Wachstum bewegt sich das Land in Europa an der Spitze.

  • England
    Englands industrielle Revolution – technologische Quantensprünge vor 250 Jahren

    England erlebte im Zuge der der industriellen Revolution ab Mitte des 18. Jahrhunderts, wie rasante technische Entwicklungen die Wirtschaft fundamental verändern können. Von Dampf betriebene Maschinen lösten mühsame Handarbeit ab, Dampflokomotiven transportierten Güter quer durch den Inselstaat zu den Kunden. Zahlreiche Wirtschaftszweige blühten auf, die Produktivität stieg und mit ihr auch der Wohlstand. 250 Jahre später lassen erneut technologische Fortschritte einige Beobachter von einer Revolution sprechen, von einer "digitalen Revolution".

     

    Fokus: Eine neue industrielle Revolution?
    Internet, Mobiltelefonie, internationale Vernetzung und Fortschritte im Transportwesen sind nur einige Schlagworte, welche die ungeheuren Veränderungen und Produktivitätsgewinne der letzten Jahre beschreiben. Doch bereits ist die Rede von einer weiteren Stufe der digitalen Innovationswelle, dem dreidimensionalen «Drucken» von Produkten aller Art und Form mit verschiedensten Materialien. Das wäre quasi eine neue industrielle Revolution: die multifunktionale digitale Fabrik im Kleinformat. Alle Arten von Produkten könnten preiswert und massgeschneidert dort produziert werden, wo sie auch gebraucht werden. Der Lohnanteil an den Produktionskosten von industriellen Gütern sowie die entsprechenden Transportkosten würden stark sinken – eine grosse Chance für die «alte» Welt.